Die Wurstbrotanalyse - Eine Denksystematik internationaler Fortschrittlichkeit (nur deutsch)

 

 Nicht nur in der EineWeltPartei ist man mit den großen Linien der Volkswirtschaft beschäftigt.Als Mitglied des AK Finanzmärkte bei Attac in München habe ich eine Analysemethode entwickelt, welche ein wenig Ordnung in die Vielzahl von Ansätzen bringen soll. Ich nenne sie die Wurstbrotanalyse, weil sie sehr einfach ist.

 Ausgehend davon, dass Fortschrittlichkeit mit der Ausdehnung des Regulierungsanspruches einhergeht, so wird eine sehr fortschrittliche Idee auf Dauer zu Programmatik und Systematik, teilweise leider unabhängig von ethischer Weisheit.
Die Programmatik und Systematik aber, das sind bei uns, Gott sei Dank, vor Allem die Menschenrechte, welche als Rahmen für politisches Denken und Handeln vorgegeben sind.
 
 Hieraus ergibt sich eine Fortschrittlichkeitspyramide. Sie stellt eine einfache Abbildung der gefühlten Weltpolitik dar. Ob die Spitze der Pyramide das fortschrittlichste Glied ist, oder deren Boden, diese Diskussion möchte ich nicht führen. Klar ist nur: Wenn eine große politische Veränderung gefordert wird, so ergeben sich immer drei Denkansätze. Nämlich die Such nach Lösungen auf nationaler Ebene, auf internationaler Ebene, und im systemischen Rahmen.
 
Ich will in dieser plakativen Analyse zeigen, dass die Entwicklung des systemischen Rahmens sich entlang der Meinungsbildung der Öffentlichkeit entwickelt, welche selbst nur  die langfristige und kurzfristige Durchsetzbarkeit politischer Ansätze bewertet, selten aber deren Rangfolge.

 

(Bild:  Progressivitätspyramide. Zur besseren Lesbarkeit bitte einzeln Speichern)
 
Um zu erkennen, welcher Ansatz sich durchsetzen wird, schauen wir auf die Relation zwischen Durchsetzbarkeit und Zeitrahmen. (Bild 2, langfristige Durchsetzbarkeit politischer Ansätze)
 
 

 
Bild: langfristige Durchsetzbarkeit politischer Ziele. Y-Achse: von "Durchsetzbar" zu "wenig Durchsetzbar". X-Achse: Von "Kurzfristig" zu "Langfristig".
Zwei Linien brechen aus:
 
 Die Kurzfristigkeit großer Entscheidungen im internationalen Kontext und die Durchsetzbarkeit aufgrund angeblicher philosophischer Übereinstimmungen. Sie sind zwar die häufigsten Beweggründe eines Ansatzes, machen aber auch die meisten Probleme. Denn sie sind auf das zentrale Verwaltungsthema nicht vorbereitet: Die technische Abwicklung.
 
 

 
Die kurzfristige Nutzung internationaler Druckmomente führt zu einer Systematik der Kurzfristigkeit, welche im Widerspruch zum philsophischen Ansatz der Menschenrechte steht. (grüner Balken)
 
 

 

 
Der Entwurf eines langfristig durchsetzbaren Regelwerkes scheitert häufig daran, dass es schlicht unterschiedliche philosophische Grundlagen gibt. Sei es Rationalismus, Sozialismus, Liberalismus, etc. (gelber Balken)
 
 Obwohl die gemeinsamen Werte der Nationen ausreichen um die gleichen langfristigen Ziele zu verfolgen, stehen nationale Ziele bei den meisten Nationen langfristig im Vordergrund.
Die Meinungsbildung der Bevölkerung beschäftigt sich dennoch mit der Frage, was langfristig das Beste für sie ist. Es interessiert wenig, dass im Rahmen der kurzfristigen Denkweise nationale Politik im Vordergund steht.  Von höherem Interesse ist, wo die Reise zwischen Kurzfiristigkeit und Langfirstigkeit, zwischen Durchsetzbarkeit und magelnder Durchsetzbarkeit denn nun hingeht. 
 
 Dazu die nächste Grafik. Sie zeigt die notwendigen Treppenstufen auf dem Weg zu einer Welt ohne Armut. 

In dieser Grafik sehen wir auch die Aufgabenfelder, welche vor uns liegen. Sie liegen nicht im kurzfristig durchsetzbaren Bereich. Unsere Aufgabe ist es, sie dorthin zu bringen.

 Entweder, indem sie in den gelben Bereich verschoben werden und propagiert werden, oder indem sie in den grünen Bereich der kurzfristigen wirtschaftlichen Vernunft verschoben werden.
Letztlich muss es ein nationales Kerninteresse werden, die internationalen Aufgaben anzupacken. (oranges Feld)
 
 Der scheinbare Widerspruch zwischen kurzfristiger wirtschaftlicher Vernunft und langfristiger philosophischer Durchsetzbarkeit entsteht durch die Meinungsbildungslinie in der Mitte der Grafik. Sie weist aus, dass der rationaler politische Wähler ebenso hin- und hergerissen ist, zwischen kurzfristiger Durchsetzbarkeit und langfristiger philosophischer Weisheit.
 
 Diese Linie stößt in das orange Feld vor, welches das komplexe Feld der Aussenpolitik ist, in welchem schnelle oder einfach durchsetzbare Lösungen eine Seltenheit sind.
 
 Da das politische Verständniss der Mehrheit aus der Langfristigkeit schöpft, empfiehlt es sich der Linie von unten zu nähern.
Je weiter man dann allerdings in die Bereiche internationalen politischen Denkens vordringt, desto weiter entfernt man sich von der kurzfristigen Durchsetzbarkeit. Denn die politische Meinungsbildung ist entweder noch nicht weit genug entwickelt, oder sie fordert philosophische Prinzipien, zu welchen noch kein Konsens besteht.
 
 
Letzte Grafik: Langfristige Durchsetzbarkeit philosophischer Ansätze 4
 
 

 
 Hier habe ich die Progressivitätspyramide eingesetzt um zu zeigen, dass sie als Leitfaden auf der einer Skala zwischen Langfristigkeit und Meinungsbildung durchaus Sinn macht.
 
 Die ausgewiesene Problemlage sind unterschiedliche philosophische Ansätze einzelner Nationen, unter welchen politische Kollegen des EineWeltGedankens anderswo, ihre Anhänger sammeln werden.
Der politische Diskurs hat weltweit unterschiedliche Qualität.
 
 Der EineWeltGedanke selbst, ist hier bereits als ausreichende Systematik zu verstehen, also als Kopf der Pyramide.
Auch ist es wichtig die bestehende Systematik, also die Menschenrechte, weiter zu fördern und sie nicht auf dem Altar der Durchsetzbarkeit zu opfern.
 
Die Handlungsanweisung, welche sich ergibt lautet wie folgt:
 
1. Langfristig weniger durchsetzbare, aber notwendige poltische Ansätze werden zu kurzfiristig durchsetzbaren gemacht.
2. Nationale Politik wird zum Träger des internationalen EineWeltGedankens.
3. Langfristig wenig durchsetzbare Ziele werden grundsätzlich in den Bereich des kurzfristig möglichen gezogen.
 
 Ich nenne diese Analyse Wurstbrotanalyse, weil die öffentliche Meinungsbildung wie eine Schicht Butter zwischen dem kargen Brot kurzfristiger opportunistischer Ausbeutung  und dem reichen Wurstbelag der philosophischen Verankerung liegt.
 
 Die Konsolidierung der philosophischen Grundlagen ist von höchster Wichtigkeit, da ihr Tempo das Tempo der Diskussion bestimmt.
 
Langfristigkeit ist in der Meinungsbildung als wichtigerer Parameter erkannt worden, als Durchsetzbarkeit.
 
 Das wichtigste Problem welches die Analyse aufwirft sind in der Tat verschiedene philosophische Grundlagendisziplinen, welche sich nicht mit einem konkreten Fahrplan zu einer besseren Welt beschäftigen:
 
Der Kenntnissstand des politischen Bürgers reicht selten über die nationale Politik hinaus.
 ( z.B. Konkrete philosophische Grundlagen für ein Bürgerparlament zu den Vereinten Nationen wurden erst in den letzten 25 Jahren erarbeitet, und werden es noch. Großteils von politischen Aktivisten der Völkerverständigungsvereine.
Es gibt also keine historischen Vorbilder für die Durchführung von Kampagnen in dieser Größenordung.)
 
 Unsere Aufgabe als Verantwortliche und als Experten ist also den Kenntnisstand des Bürgers so zu erweitern, dass die "langfrstige Nichtdurchsetzbarkeit" von Ansätzen, wie der "vollständige Armutsbeseitigung", entlang der öffentlichen Meinungsbildungslinie, zurück ins Feld kurzfristiger Durchsetzbarkeit kommt, ansonsten haben wir vor der bestehenden Systematik der Menschenrechte versagt.

 

Ende "Wurstbrotanalyse"